Der folgende Text ist dem CONNEXIONS OUTDOOR aus dem Peter Meyer Verlag entnommen. Dort finden Sie natürlich noch weitere interessante Informationen.
Jedes Jahr sterben in den Alpen etwa 150 Wintersportler durch Lawinen. Das Lawinenrisiko ist besonders hoch:
• in den ersten 24 Stunden nach dem Schneefall;
• wenn es beim Schneefall und in den Tagen danach sehr kalt ist;
• an Nordhängen und an windabgewandten Hängen (in den Alpen meist Osthänge);
• an Südhängen, wenn diese sich nachmittags erwärmen (Nass-Schnee);
• an steilen Hängen über 30°. Es sinkt jedoch wieder an Hängen über 45°;
• in mäßig steilem Gelände bei Lawinengefahr der Stufe 4/5;
• an Hängen, an denen bereits Lawinen abgegangen sind;
• in Waldschneisen (Wald schützt kaum vor Lawinen);
• bei Gewitter, Blitz und Sturm.
Die Website des Europäischen Lawinenwarndienstes, Karten mit aktuellen Schnee- und Lawineninfos für sämtliche europäischen Länder finden Sie unter:
www.slf.ch
Weitere Lawinenwarndienste in Österreich, der Schweiz und in Deutschland:
www.lawine.at
www.cenat.ch
www.lawinenwarndienst.bayern.de
1: gering
Allgemein sichere Tourenverhältnisse (rund 5 % der tödlichen Unfälle). Eine Lawine kann nur an sehr wenigen, extremen Steilhängen ausgelöst werden, etwa bei großer Zusatzbelastung durch eine Skifahrergruppe, ein Pistenfahrzeug oder Lawinensprengung.
2: mäßig
Günstige Tourenverhältnisse bei Meidung lokaler Gefahrenstellen (rund 30 % der tödlichen Unfälle). Lawinen werden wahrscheinlich bei größerer Zusatzbelastung an den lokal als gefährdet bekannten Steilhängen (mehr als 30°) ausgelöst.
3: erheblich
Eingeschränkte Tourenmöglichkeiten (rund 60 % der tödlichen Unfälle), lawinenkundliches Beurteilungsvermögen erforderlich. Lawinen werden wahrscheinlich bereits bei geringer Zusatzbelastung durch einzelne Personen an den lokal als gefährdet bekannten Steilhängen ausgelöst. Vereinzelt sind mittlere, seltener auch große Lawinen möglich, die ohne erkennbaren äußeren Einfluss abgehen.
4: groß
Stark eingeschränkte Tourenmöglichkeiten (rund 5 % aller tödlichen Unfälle), großes lawinenkundliches Beurteilungsvermögen erforderlich. Lawinen werden wahrscheinlich bereits bei geringer Zusatzbelastung durch einzelne Personen an den meisten Steilhängen ausgelöst. Viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen gehen ohne erkennbaren äußeren Einfluss ab.
5: sehr groß
Skitouren sind im allgemeinen nicht möglich. Zahlreiche spontane Lawinen gehen auch in mäßig steilem Gelände ab.
• Lawinen-Airbag oder Schwimmbewegungen helfen, oben zu bleiben.
• Lösen Sie sich vom Snowboard, denn es wirkt wie ein Anker.
• Mit den Händen einen Hohlraum vor Mund und Nase sichern.
• Machen Sie sich möglichst klein, das hält die Wärme.
• Suchhunde erriechen Urin schneller.
• Markieren Sie den Bereich, indem Sie Verschüttete vermuten.
• Die Bergung muss sofort beginnen, da sonst Erstickung droht.
• Den Verschütteten von der Seite her frei schaufeln.
• Legen Sie zuerst einen Luftkanal zum Gesicht an.
• Kontrollieren Sie Puls und Atmung, bis der Arzt da ist.
• Wärmen Sie den Verschütteten in der stabilen Seitenlage auf isolierender Unterlage.
• Verletzte wegen Unterkühlungsgefahr schleunigst abtransportieren.