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» Gesundheit & Sicherheit» Erste Hilfe & Notfall 

Die »Kleine Erste Hilfe«


Die nachfolgenden Informationen entstammen dem CONNEXIONS Selbstreisehandbuch, Band 2 aus dem Peter Meyer Verlag. Dort finden Sie noch weitere nützliche Informationen zum Thema Notfall.

• Vermeiden Sie Kontakt zum Blut des Verletzten. Tragen Sie Plastikhandschuhe.
• Wunde kurz bluten lassen, Blutung stillen, desinfizieren, fixieren.
• Trocken heilen lassen, Schmutz fernhalten.
• Bei Vergiftungen Aktivkohlegranulat (1 g/kg Körpergewicht) mit Wasser einnehmen.

Verhalten im Notfall

 

Ruhe bewahren (don’t panic!), sich selbst sichern. Nacheinander folgende Kurzuntersuchung vornehmen:

1) Gibt der Patient Antwort?

Symptome:
nicht ansprechbar, nicht weckbar, reagiert nicht
Zustand:
bewusstlos, Erstickungsgefahr

Lebensrettende Sofortmaßnahmen
:

• Kopf nach hinten, Mund nach unten.
• Bei ausreichender Atmung: Seitenlagerung.
• Vor Luft- und Bodenkälte, Nässe und Hitze schützen.
• Ständig überwachen.
• Äußerste Sorgfalt bei Wirbelsäulen- und Schädelverletzten.

2) Atmet er?

Symptome:
Atmung rasch, oberflächlich, unregelmäßig, röchelnd oder schnappend; Gesicht, Lippen, Fingernägel blau; keine sicht- und fühlbare Atembewegung; Ein- und Ausströmen der Atemluft weder hör- noch spürbar (mit Ohr an Nase und Mund prüfen)
Zustand: Atemstillstand; akute Erstickungsgefahr

Lebensrettende Sofortmaßnahmen:

• Sofort beatmen (Mund zu Nase, notfalls Mund zu Mund); Kopf schonend nach hinten strecken, Unterkiefer gegen Oberkiefer,
• Unterlippe gegen Oberlippe pressen; vorsichtig Luft in die Nase einblasen, Ausatmen beobachten (sehen/hören), dann 12 – 15 Beatmungsstöße pro Minute; bei starkem Widerstand und/oder fehlendem Ausatmen Kopfhaltung verbessern, Fremdkörper entfernen.

3) Blutet er?

S
ymptome: Venenblutung (flächenhaft sickernd bis stark fließend), Schlagaderblutung (mit dem Pulsschlag spritzend oder strömend); Mischblutungen aus Venen und Schlagadern; an innere Blutungen denken; nach verstecktem Blut in den Kleidern suchen.

Zustand:
Blutversorgung lebenswichtiger Organe gefährdet, Kreislaufversagen, Schockgefahr

Lebensrettende Sofortmaßnahmen:


• Patient flach lagern.
• Blutenden Körperteil (wenn möglich senkrecht) hoch halten.
• Bei ungenügender Blutstillung Fingerdruck herzwärts.
• Druckverband mit weichem Druckpolster (Stoff möglichst hoch und schmal) und Binde anlegen, notfalls doppelt. Genügt das nicht: Finger- oder Faustdruck direkt in die Wunde (evtl. mit Druckpolster).
• Verletzte Gliedmaßen hoch lagern und ruhig stellen.

4) Ist Puls fühlbar?

S
ymptome: rascher, nur schwach fühlbarer Puls; blasse, nasse (feucht-klebrige) und kühle Haut; Teilnahmslosigkeit oder auch auffallende Unruhe, Erregung; flache, beschleunigte Atmung

Zustand:
Schock, Kreislaufversagen

Lebensrettende Sofortmaßnahmen:

• In der Regel und bei unbekannter Ursache horizontal lagern. Ist die Schockursache eine starke Blutung oder ein großer Flüssigkeitsverlust (z.B. bei Verbrennungen) Beine etwa 30 cm anheben. Nichtbewusstlose Schockpatienten mit Atemnot, Brustverletzung (ohne Blutung in den Luftwegen), Schädelverletzung, Herzinfarkt: Oberkörper hoch lagern.
• Schutz vor Kälte, Nässe, Hitze;
• Überwachung, Zuspruch.

Weitere Infos zu Rettungsmaßnahmen unter: http://life.csu.edu.au/hazards/topics.html und http://coe-dmha.org.
Wichtig ist im Notfall die Kontaktaufnahme mit dem Auswärtigen Amt: www.auswaertiges-amt.de
und bezüglich einer eventuellen Rückholaktion auch zu einem Rettungsdienst : www.rettungsdienste-online.de.

Notruf


Die Nummer 112 ist auch mit abgemeldetem Handy ohne PIN-Nummer erreichbar; im Ausland wird automatisch zum gültigen Notruf weitergeleitet. Polizei, Feuerwehr, Notarzt … informieren über:

• Wer? Name, Standort, Kommunikationsmittel
• Was? Art, Umfang, Schwere des Unfalls
• Wo? Ort, evtl. Koordinaten, Höhe
• Wann? genaue Zeit des Unfalls
• Wie viele? Verletzte, Verletzungsart, -grad
• Welche Maßnahmen wurden bereits eingeleitet/sind geplant?
• Beschreiben Sie das Wetter (Sicht, Wind, Schnee, Regen …) und Hindernisse für Hubschrauber
• Bleiben Sie am Telefon, legen Sie nicht auf. Ein Rückruf kann misslingen, ein weiterer Anruf zu einer anderen Notrufzentrale führen.

Notsignale


• Internationales Notrufzeichen: 6 Zeichen pro Minute geben, eine Minute warten, wieder 6 Zeichen usw. Antwort: 3 Zeichen pro Minute geben, eine Minute warten, wieder 3 Zeichen geben.
• Seenotsignale »Mayday«: Dauerton von Schiffssirene oder Nebelhorn, Flaggensignal N über C, eine viereckige Flagge über oder unter einem Signalball, rote Flammen- oder orangene Rauchsignale.
• Flugrettung: beide Arme in V-Form nach oben (=YES): Hilfe ist nötig. Ein Arm oben und ein Arm unten (=NO): Hilfe nicht nötig.
• Morsesystem: 3 kurz, 3 lang, 3 kurz (= SOS, save our souls) Satzzeichen haben 6 Punke und Striche. Sie bestehen aus 2 oder 3 Buchstaben. Dienstzeichen signalisieren Anruf (Zeichen geben, bis Empfänger ebenso reagiert); Wortende (i,i in rascher Folge); verstanden (e); nicht verstanden (t); Ende der Depesche (ar = all right); Irrtum 8 Punkte.

Weitere Infos zum Funkwesen unter www.gls.at

Als Signalgeber können dienen:

• Die Trillerpfeife ist leicht und in stiller Natur bis zu 10 km weit zu hören. Ihre Töne sind schwer, bei Echo unmöglich zu orten. In belebten Gebieten und bei Verkehr werden Pfeifsignale eventuell missdeutet.
• Leuchtsignale mit Taschenlampe, Blinkspiegel oder Blitzlicht der Kamera sind bei Nebel und Regen kaum zu sehen, bei gutem Wetter und im Dunkeln leicht zu orten – falls jemand in die Richtung schaut.
• Ein planer Signalspiegel ist zweiseitig verspiegelt, mit einem Loch in der Mitte. Man schaut durch das Peilloch und sieht in der verspiegelten Rückseite den Lichtpunkt auf dem eigenen Gesicht. Wenn Lichtpunkt und Peilloch sich decken, fällt der Lichtreflex genau in Blickrichtung. Bei tief stehender Sonne ist der Blinkwinkel stark eingeschränkt.
• Rot-weiß-rote Signalraketen sind bei jeder Tageszeit, bei fast jedem Wetter und über große Entfernungen wahrnehmbar. Die Richtung ist leicht, die Entfernung schwer zu orten. Die Pistole ist schwer (je nach Schusshöhe), die Anzahl der Raketen begrenzt. Die letzten Raketen werden erst eingesetzt, wenn die Retter bereits nahen.
• Der Rauch einer Rauchpatrone oder eines stark rauchenden Feuers bleibt lange sichtbar, ist windanfällig und steigt nicht hoch. Aus der Luft besser zu sehen sind 3 Feuer an den Ecken eines 15-Meter-Dreiecks (oder notfalls 3 Feuer in einer Linie entfachen).
• Mit zum Untergrund farblich stark kontrastierenden Steinen, Stämmen oder Textilien lässt sich für Suchflugzeuge ein SOS oder ein Kreuz legen.